Wiedervernässung Moorpolder 6

Hydrologie trifft Naturschutz: Intelligente Wiedervernässung durch Polderbau.

Wiedervernässung Moorpolder 6
Für den Moorpolder 6 im NSG „Großes Moor bei Becklingen“ wurde die Wiedervernässung umfassend geplant. Grundlage waren Bestandsaufnahmen zur Moor-Hydrologie, Geländevermessung, Bodenprofilen und Biotoptypen. Ziel war die Entwicklung hochmoortypischer Bedingungen durch gezielten Einstau mithilfe von Verwallungen und dem Abdichten von Gräben.

Die Ausgangslage

Der Moorpolder 6 liegt im Naturschutzgebiet „Großes Moor bei Becklingen“ in einer Landschaftseinheit, die durch die Entwässerung zur landwirtschaftlichen Nutzung stark verändert wurde. Der lokale Hochmoorkörper wurde ausgetrocknet, wodurch sich der ökologische Zustand weit von seinem natürlichen Zustand entfernt hat. Zudem führt die Entwässerung der Moorkörpers zur Emission von klimaschädlichen Treibhausgasen. Der NLWKN Lüneburg ist Haupteigentümer der Flächen im NSG und führt dort seit circa 20 Jahren zahlreiche Wiedervernässungsmaßnahmen durch. Wir wurden beauftragt, die Wiedervernässung des Moorpolders 6 zu planen.

Unsere Vorgehensweise (Bestandsaufnahme)

Der Auftrag richtete sich hauptsächlich auf die Themenfelder Wasserwirtschaft und Boden. Zusätzlich haben wir den Aspekt Naturschutz betrachtet. 

Unsere Bestandsaufnahme richtete sich auf:

  • Vermessungsarbeiten
  • Aufnahme von wasserwirtschaftlicher Infrastruktur (Gräben, Dämme, Überläufe)
  • Ermittlung der Torfmächtigkeit anhand von 108 Bohrpunkten
  • Detaillierte Bodenuntersuchungen auf wichtigen Transekten
  • Biotoptypen und Wertigkeit

Als Hauptsächliches Planungsziel definierten wir den Zielzustand:

  • Stoppen der Entwässerung auf der gesamte Fläche Moorpolder 6
  • Anheben der Wasserstände – Schaffung von hochmoortypischen Standortbedingungen

Maßnahmenkonzept & Mehrwert

Zum Erreichen der Ziele kam eine Kombination aus praxisbewährten Maßnahmen zum Einsatz. Zentral ist dabei die Schaffung einzelner Sub-Einheiten (Polder) durch den Bau von Verwallungen – in diesen Poldern kann das Wasser auf ein definiertes Stauziel angestaut werden. Dazu müssen auch die vorhandenen Entwässerungsgräben eingestaut werden. Die Verwallungstrassen und Stauziele wurden unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte so gewählt, dass wertvolle Bereiche ausgespart werden und somit erhalten bleiben.

Seit Ausführung der Maßnahmen im Sommer 2023 entwickelt sich der Moorpolder 6 langsam in Richtung eines renaturierten Hochmoores. Bereits im ersten Winter nach Maßnahmenumsetzung war ein Großteil der geplanten Bereiche eingestaut, was gute Bedingungen für das Wachstum von Torfmoosen bietet. Zudem hat sich der Gehölzaufwuchs  in den eingestauten Bereichen deutlich reduziert. Der NLWKN Lüneburg wird die Fläche – zusammen mit weiteren Moorpoldern in NSG – in Zukunft monitoren, um die Entwicklung in Richtung Hochmoor bestmöglich zu begleiten.

Nachher Nachher
Vorher Vorher

Projektdaten

Auftraggeber:in

NLWKN Lüneburg

Projektumfang

56 ha

Bearbeitungszeitraum

Mai 2021 – März 2022

Konzept

Wiedervernässung eines entwässerten Hochmoores

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